2001
dematerialisierte der englische Künstler Michael Landy in der Öffentlichkeit
sein ganzes Hab und Gut. Seine Unterwäsche, all seine Dokumente, das Auto,
seine Kunstsammlung, Nagelfeile- alles, bis auf den Overoll, den er bei dieser
Arbeit trug. Über zwei Wochen benötigte Landy für die totale Vernichtung seiner
7000 Dinge. Nichts durfte übrig bleiben- nicht einmal ein Henkel einer
Kaffeetasse.
Michael Landy:
“Selbst wenn man sehr wertvolle Dinge wegwirft, ist die Entsorgung sehr teuer.
Bei der Realisierung von Kunstwerken überschreitet man meistens das Budget –
und so war es auch hier. Ich habe daran gedacht, meinen Reisepass zu schreddern
und ihn zu verkaufen, um die Kosten wieder hereinzubekommen. Aber in letzter Minute
entschied ich mich dagegen: Ich wollte mich nicht selbst kompromittieren, indem
ein Teil des Kunstwerks, das ein Anti-Konsum-Projekt sein sollte, in die Hände
von Sammlern gelangt. Als Künstler geht man oft faule Kompromisse ein, weil das
Kunstwerk oft nicht so endet, wie es soll – einmal in meinem Leben wollte ich
es richtig machen. Es endete für mich mit roten Zahlen, und es hat sehr lange
gedauert, bis ich meine Schulden bezahlt habe.”

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