,ewig besitzen wir nur das Verlorene' Henrik Ibsen






31 März 2019

Michael Landy (1963) "Break Down" 1998



2001 dematerialisierte der englische Künstler Michael Landy in der Öffentlichkeit sein ganzes Hab und Gut. Seine Unterwäsche, all seine Dokumente, das Auto, seine Kunstsammlung, Nagelfeile- alles, bis auf den Overoll, den er bei dieser Arbeit trug. Über zwei Wochen benötigte Landy für die totale Vernichtung seiner 7000 Dinge. Nichts durfte übrig bleiben- nicht einmal ein Henkel einer Kaffeetasse.
                                                                  


Michael Landy: “Selbst wenn man sehr wertvolle Dinge wegwirft, ist die Entsorgung sehr teuer. Bei der Realisierung von Kunstwerken überschreitet man meistens das Budget – und so war es auch hier. Ich habe daran gedacht, meinen Reisepass zu schreddern und ihn zu verkaufen, um die Kosten wieder hereinzubekommen. Aber in letzter Minute entschied ich mich dagegen: Ich wollte mich nicht selbst kompromittieren, indem ein Teil des Kunstwerks, das ein Anti-Konsum-Projekt sein sollte, in die Hände von Sammlern gelangt. Als Künstler geht man oft faule Kompromisse ein, weil das Kunstwerk oft nicht so endet, wie es soll – einmal in meinem Leben wollte ich es richtig machen. Es endete für mich mit roten Zahlen, und es hat sehr lange gedauert, bis ich meine Schulden bezahlt habe.”

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