Es gibt sie, die zwei- drei
Tage im Jahr, wo es scheint, alles könne gelingen. Der Geist sprüht nur so, man
versinkt in einem rauschähnlichen Zustand, schafft Dinge, wo man im Traum nicht
glaubte, sie zu können. So erging es Mark Grotjahn bei seinen drei Butterfly-
Bildern, die er als unverkäuflich erklärte und in seinem Raum hängte. Sie
sollten ihm den Weg weisen: Sieh hin, das kannst du! Gleichzeitig erfuhr er,
wie erdrückend diese Bilder sein können. Auf der Staffelei gegenüber stand ein
neugemaltes Butterfly ähnliches Bild. Grotjahn haderte. In seinen Augen flossen
die Farben nicht so kraftvoll, wie er es wollte, nicht wie in den drei Bildern
an der Wand. Zweifel kamen. Ich bin ein Versager, ein Großkotz! Wut auf sich,
Wut auf alles. Er griff zum Beil und ließ sie raus, die Wut und schlug wie
besessen auf das neugeschaffene Bild ein, an welchem er mehrere Tage
ununterbrochen gearbeitet hatte.
.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen