,ewig besitzen wir nur das Verlorene' Henrik Ibsen






01 Juli 2015

Mark Gotjahn (1968)




Es gibt sie, die zwei- drei Tage im Jahr, wo es scheint, alles könne gelingen. Der Geist sprüht nur so, man versinkt in einem rauschähnlichen Zustand, schafft Dinge, wo man im Traum nicht glaubte, sie zu können. So erging es Mark Grotjahn bei seinen drei Butterfly- Bildern, die er als unverkäuflich erklärte und in seinem Raum hängte. Sie sollten ihm den Weg weisen: Sieh hin, das kannst du! Gleichzeitig erfuhr er, wie erdrückend diese Bilder sein können. Auf der Staffelei gegenüber stand ein neugemaltes Butterfly ähnliches Bild. Grotjahn haderte. In seinen Augen flossen die Farben nicht so kraftvoll, wie er es wollte, nicht wie in den drei Bildern an der Wand. Zweifel kamen. Ich bin ein Versager, ein Großkotz! Wut auf sich, Wut auf alles. Er griff zum Beil und ließ sie raus, die Wut und schlug wie besessen auf das neugeschaffene Bild ein, an welchem er mehrere Tage ununterbrochen gearbeitet hatte. 
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