Foto: DIAS Gruppe u.a. mit Gustav MetzgerZusammengerufen von einer forschen Programmschrift mit dem Titel ‚Auto-destructive Art’ versammelte sich am 3. Juli 1961 an der Londoner South Bank eine Menschenmenge. Es war 11:45 Uhr. Drei große Nylonbahnen in den Farben Weiß, Schwarz und Rot flatterten in einem Metallrahmen. Sie müssen ausgesehen haben wie der aufs äußerste minimierte Ausdruck abstrakter Kunst, doch Gustav Metzger betrachtete sie mehr als seine rituelle Opfer. Geschützt durch eine Gasmaske trat er vor, erhob seine Sprühpistole und bedeckte die Flächen mit Salzsäure. Sekunden später begannen sie sich aufzulösen und nach zwanzig Minuten waren auch ihre verfetzten Überreste verschwunden.
[Rückblickend 1998 von der „The Times“ verfasst]
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