
Rudolf Hausner zerstörte nach drei Jahre Malens 1951 sein fast fertig gestelltes Gemälde „Die Arche des Odysseus“
Später hielt er fest:
„Ich malte mit dem Pinsel und ich verwendete auch die Rasierklinge, vorgeblich um die Farbe zu glätten und durch Schleifen die Transparenz der Farbe zu steigern. Eines Winternachmittags sitze ich vor dem Bild, schaue das Gesicht des Odysseus an, in diesem Stadium gab es dort zahlreiche kleine Eier, die unter der Haut eingepflanzt waren. Das war auf einmal unerträglich, ich wünschte mir jetzt in dem ganzen Compendium des Bildes ein ruhiges Menschengesicht. Also greife ich zur Rasierklinge, fange an, diese Eier abzuschaben, aber das Schaben wird immer hektischer und ich fange an zu kratzen, kratze weiter und dieses furiose Kratzen überwältigt mich, der Kopf ist schon längst weg, ich bin schon am Körper des Odysseus, ich kann nicht aufhören zu kratzen, es ist wie eine Gewalt, die mich einfach mitreißt- und am Ende ist das ganze Bild abgekratzt. Danach wäre ich am liebsten aus dem Fenster gesprungen.“
[Dolf Lindner (Hg.): Rudolf Hauser. Werkverzeichnis, Dortmund 1982, S.24f]
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